NEUE ANSÄTZE ZUR BEKÄMPFUNG ANTIBIOTIKA-RESISTENTER BAKTERIEN

Donnerstag, 16. Februar
19:00 Uhr
Infektionen mit Antibiotika-resistenten Keimen stellen im klinischen Alltag eine zunehmende Bedrohung dar. Ohne wirksame Antibiotika werden medizinische Routineeingriffe wie Operationen oder Krebstherapien zum unkalkulierbaren Risiko. Um insbesondere multiresistente Keime in Schach zu halten, benötigen wir dringend neue Wirkstoffe und Behandlungsstrategien. Die jüngste Markteinführung eines Antibiotikums mit neuartigem Wirkprinzip liegt jedoch bereits Jahrzehnte zurück. Die aktuelle Antibiotikaforschung beschreitet neue Wege um die bestehende Innovationslücke zu überwinden. Dies umfasst die Entwicklung von neuartigen Wirkstoffen und Behandlungsstrategien unter Bedingungen wie sie im infizierten Patienten herrschen, anstelle der künstlichen Laborbedingungen die bis anhin in der Wirkstoffforschung verwendet werden. Hierbei wird unter definierten Laborbedingungen die Physiologie der bakteriellen Infektion im menschlichen Körpers mit Hilfe von Mini-Geweben und Organoiden detailliert nachgebildet und diese werden dann zur Erforschung innovativer anti-bakterieller Therapieansätze verwendet. Um diesen neuartigen Ansätzen zum Durchbruch zu verhelfen bedarf es einer engen Verzahnung der akademischen Forschung mit R&D Aktivitäten im Biotech- und Pharma-Sektor. Die Schweiz ist hier gut aufgestellt um international eine Führungsrolle einzunehmen.
Referent: Christoph Dehio, Professor für Molekulare Mikrobiologie am Biozentrum der Universität Basel und Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts «AntiResist»
(Foto: Agar-Diffusionstest für Antibiotika. CDC/Dr. JJ Farmer, via Wikimedia Commons)